Sara Dahme am Kunstwerk "Durchbruch" von Herbert Gebauer
Mit Sara Dahme ein Kulturspaziergang durch Sillenbuch: Lust auf mehr durch eindrucksvolle Interpretationen des Kunstwerkes „Morgen Abend, Tag und Nacht“ an der Stadtbahnhaltestelle Sillenbuch, sowie von Bronzeskulpturen des Künstlers Herbert Gebauer (lebte und verstarb 2010 in Sillenbuch). Rund 40 Personen nahmen an der beeindruckenden Darbietung Sara Dahmes teil, und konnten dank ihrer humorvollen Art in die Kunstwelt eintauchen und vieles besser verstehen lernen. Sara Dahme ist SPD-Stadträtin und sitzt im Ausschuss für Kultur und Medien. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Ihre Erfahrung mit Publikum erlebte man bei der Erläuterung des Kunstwerkes in der Stadtbahnhaltestelle. Nach dem Motto: das könnte ich oder meine Enkel auch so malen. Ja, aber ihr habt es nicht! Die herunterlaufenden Farbtropfen oder Strichzeichnungen haben eigene Dynamik. Die Untergrundsteinplatten erinnern an ehemalige triste U-Bahnstationen, die komplett gekachelt waren. Es ist eben doch Kunst.
Beim nächsten Kunstwerk „Konkav-Konvex“ wurde zunächst erläutert, was Konkav bzw. Konvex bedeutet und mit „Eselsbrücken“ Hilfestellung zum Erinnern gegeben. Neben Information zum Künstler Herbert Gebauer wurden Details über Herstellung von Bronzeskulpturen erläutert. Nicht nur der Sachwert, sondern auch die Schwierigkeiten beim Bearbeiten des Materials ist beeindruckend. Auch die niedrige Sockelhöhe stellt das Kunstwerk in eine für Menschen angenehme Reichweite. Das nächste Kunstwerk „Durchbruch“, ebenfalls von Herbert Gebauer wurde anlässlich des Tunnels für den Stadtbahnbau in Sillenbuch angefertigt. Neben fachkundigen Erläuterungen wurde nebenbei erwähnt, dass Stuttgart mit mehr als 400 Kunstwerken im öffentlichen Raum unter den Städten mit der meisten öffentlichen Kunst ist. Und das ist Kunst zum Anfassen - es ermöglich uns durch Greifen das Begreifen. Natürlich verführt das auch dazu sich selbst zu „verewigen“. Das keinesfalls neuartige Phänomen sehen wir heute häufig durch Graffiti, Aufkleber oder Einritzungen etc. auf öffentlichen Kunstwerken. Das Entfernen verschlingt sehr viel Geld, das anderweitig besser eingesetzt werden könnte. Sara Dahme wies auch auf die Bedeutung von Kunst hin. An kritischer Kunst erkennt man einen freiheitlichen Staat. Autoritäre Regierungen reglementieren sie und lassen nur genehme Kunst zu. Sara Dahme warnte davor, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Kunst zu sparen nur weil es dort am einfachsten scheint. Der Spaziergang endete als voller Erfolg. Beim anschließenden Kaffee und Kuchen im Atrium stand Sara Dahme noch ausgiebig Rede und Antwort auf viele interessierte Fragen aus dem Publikum. Dabei ging es nicht mehr nur um Kunst, sondern auch um konkrete Projekte im Stadtbezirk wie dem Bürgerzentrum, dessen Bau sich durch die angespannte Finanzlage der Stadt erneut zu verzögern scheint. Die Finanzlage und die geforderten Einsparungen waren auch anderweitig Thema: So betreffen die geplanten Einsparungen hauptsächlich die Bereiche Soziales und Kultur. In den Bereich „Soziales“ fällt dramatischerweise auch das Thema Bildung. Sara Dahme warnte vor den Folgen dieser Einsparungen. Denn auch wenn es immer heißt es ginge ja „nur“ um diesen einen Doppelhaushalt, so sind die Konsequenzen wesentlich langwieriger. Projekte, die einmal gestoppt wurden können nach zwei Jahren nicht einfach reaktiviert werden. Stellen, die für solche Projekte weggefallen sind müssten erst wieder besetzt werden und Netzwerke, die mühsam aufgebaut wurden sind in der Zwischenzeit zerfallen. Der nächste Kunstspaziergang mit Sara Dahme wird am Sonntag, den 16. November um 15Uhr in Heumaden stattfinden. Auch dort wird es im Anschluss wieder Gelegenheit geben über Stadtentwicklung, Kommunalpolitik und Landespolitik zu diskutieren.